Theaterstück „Schattenwelten“ zu Gast an unserer Schule

„Der blaue Mann hat mich an meinen letzten nagenden Gedanken vorm Einschlafen erinnert, der mir manchmal einfach keine Ruhe lässt“, so beschrieb eine Schülerin der 6. Klassen den außergewöhnlichen Charakter im blauen Vollkörpereinteiler mit ‚Badekappe‘. Das fand der Schauspieler in der Nachbesprechung sichtlich interessant, ging es beim Theaterstück „Schattenwelten“, gespielt vom „Pisak-Theater“ am letzten Schultag vor den Herbstferien, doch in erster Linie darum, die Kinder aufzurütteln, wie schnell sich ein kleiner Internetstreich verbreiten kann und demnach „viral“ geht – um es mal in der Sprache der Schüler und Schülerinnen zu sagen. ‚Der blaue Mann‘ spielte dabei tatsächlich auf der einen Seite eine Art nagendes Gewissen, konnte auf der anderen Seite aber auch das zuflüsternde Teufelchen sein, was Liz in ihrem bösen Spiel noch weitertreiben wollte. Doch worum ging es eigentlich genau?


Das Theaterstück handelte von Internetmobbing, Freundschaft und dem umsichtigen Gebrauch mit den eigenen Daten im World Wide Web.


Genauer ging es darum, dass Liz sich endlich traut, ihren Schwarm Kevin anzusprechen, da quatscht ihr ihre „beste“ Freundin Yvonne dazwischen und beendet so ihr Gespräch mit Kevin. Wutentbrannt setzt sich Liz zu Hause hin und manipuliert Yvonnes Facebook-Foto, verpasst ihr Schweinsnase und Elefantenohren und bringt so „ihr wahres Gesicht“ zum Vorschein. Im Chat zeigt sie ihr Werk ihren Freundinnen, die Yvonnes Passwort kennen und das Foto als Profilfoto auf ihre Seite bringen. Damit wird eine Lawine losgetreten, die sich nicht mehr stoppen lässt, es werden sehr private Fotos von Yvonne veröffentlicht und es schalten sich immer mehr Jugendliche in diese Mobbingaktion ein…


Die Sechstklässler waren von dem Stück sowie der anschließenden Nachbesprechung mit den Schauspielern sehr begeistert und schockiert, welches Ausmaß eine „kleine Stichelei“ mit sich bringen kann. Und so war es am Ende auch wieder besagter ‚blauer Mann‘, der den Kindern ein paar Gedanken mit auf den Weg gab, z.B. dass man sich im Internet äußerst vorsichtig bewegen und nicht so leichtsinnig mit seinen Daten umgehen sollte. Am Ende möchte schließlich niemand so ein verzweifeltes Gesicht mit schlechtem Gewissen ziehen müssen wie die Liz in „Schattenwelten“, als ihr klar wird, dass dieser ‚Spaß‘ völlig aus dem Ruder gelaufen ist und Yvonnes ‚wahres Gesicht‘ wahrscheinlich für immer im Internet zu finden sein wird…